Markus Müller geht SEINEN WEG

…schnurgerade durch Deutschland, von Nord nach Süd, von der Insel Sylt bis nach Oberstdorf: 1115 km und keinen Schritt weniger. Chapeau! Es war nicht seine erste, wohl aber die längste Tour zu Fuß. Eine echte Herausforderung, zumal nach einem schweren Unfall im Oktober 2022. Damals konnte ihm niemand sagen, ob er jemals wieder schmerzfrei würde wandern können. Schmerzfrei war die Tour durch Deutschland dann auch nicht. Aber auch ein Zehenbruch konnte den Geschäftsmann aus Karlsruhe nicht ausbremsen. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ nimmt
Markus Müller die selbst gesetzte Herausforderung an und die lange Strecke unter die Sohlen.

„Dorfbott“ mit Herz

Vielleicht fragen sich jetzt manche: Was bitteschön ist denn ein Dorfbott? Ganz einfach – ein Nachrichten-Verkünder, ein Dorfbote!  Jedenfalls ist es jemand, der das Neueste unter die Leute bringt, so wie es bis in die 1960er-Jahre war. Die Idee, zu Altbewährtem zurückzukehren, hatte Rolf Meier aus Unzhurst. Er ist so etwas wie ein Reporter von früher, ein echtes Urgestein noch dazu. Mit einigen Mitstreiter:innen trägt er alle Informationen zusammen, die für die knapp 2000 Einwohner von Bedeutung sind: Meldungen aus dem Rathaus, Wichtiges von den Vereinen oder kirchliche Nachrichten.

Zu Fuß um die ganze Republik

Wie verrückt ist das denn? Mein erster Gedanke als ich darüber gelesen habe. Ob nun verrückt oder nicht – jedenfalls ist das eine stolze Leistung von Helga Wissing aus Düsseldorf und Klaus Grommes aus Bonn. Wir verneigen uns vor dieser Leistung.
Dass wir diese beiden sympathischen Wanderer kennen lernen, daran ist Selfkant schuld, der westlichste Zipfel Deutschlands. Ich recherchiere über den Zipfelbund und finde diese wahnsinnige Geschichte.

Aachener Zeitung berichtet

Wunderbare Begegnungen hinterlassen bleibende Spuren. Was uns in Selfkant widerfahren ist, haben wir so noch nie erlebt. Wir besuchen den westlichsten Zipfel Deutschlands und sind mittendrin in Europa und mitten unter sympathischen und empathischen „Grenzgängern“. Das vorurteilsfreie Miteinander zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist einfach nur bewundernswert. Dass das Nebeneinander verschiedener Nationen so einwandfrei funktioniert, hängt natürlich von den Bewohnern des Selfkant ab. Allen voran nennen wir Erich Hacken und seine Familie aus Millen. Erich, ein wahrer Tausendsassa, fackelt nicht lange – er packt an. Er „schwätzt“ nicht (wie wir im Badischen sagen), er macht. Von seiner Tatkraft und der Unterstützung seiner Familie könnten sich manche eine dicke Scheibe abschneiden. Er spendet nicht nur selbst, nein, er animiert auch andere Menschen, es ihm gleichzutun. Er geht mit dem allerbesten Beispiel voran, hat es sogar geschafft, dass die Aachener Zeitung, Ausgabe Kreis Heinsberg, über unsere private Aktion „Merkels Grenzerfahrungen“ berichtet.

Powerfrau mit zwei Namen

Bürgerlich heißt die quirlige Geschäftsfrau Siggi Berzel, als Schriftstellerin trägt sie den Namen Aurora Castelli. Da schlagen nicht nur zwei Herzen in einer Brust, nein, da kommen viele verschiedene Talente zusammen. Aber der Reihe nach: Siggi Berzel ist Modefachfrau durch und durch. Als solche hat sie die (Mode)-Welt kennengelernt, war oft unterwegs, stets mit einem sicheren Gespür für das, was die Kundschaft anspricht. Aber das ist eben nur eine Facette der Baden-Badenerin. Die andere Begabung kommt eher leise daher. Siggi Berzel schreibt Romane.

Fisch…nicht nur zum Essen !!!

„Hää?“ würde der Badener sagen. „Wie bitte?“ – alle, die nur Hochdeutsch sprechen. „Wer sagt, dass man Fisch nur essen kann?“ – so formuliert Ramona Stelzer ihre Frage, denn Fisch ist weit mehr als ein Lebensmittel. Fisch ist nicht nur gesund, sondern mit ihm, respektive seiner Haut, lassen sich ganz wunderbare Kunstwerke herstellen. Nichts anderes macht die junge Designerin, die in Wismar den einzigartigen Fischleder-Store betreibt.

Zitrone des Nordens

Wie bitte? Zitronen aus dem hohen Norden? Dass ich nicht lache! Andererseits…der Klimawandel…sollte der etwa…? Aber nein! Die Zitrone des Nordens hat ein anderes Gesicht als das, was wir gemeinhin unter Zitronen verstehen. Sie ist nicht faustgroß und richtig gelb, sondern höchstens so groß wie eine Fingerkuppe und orangefarben. Natürlich heißt die Frucht auch nicht Zitrone sondern SANDDORN. Auf unserer Tour an der Ostsee entlang, von der polnischen Grenze bis Wismar, steht auf den Getränkekarten immer mal wieder der Sanddornsaft, manchmal auch heißer Sanddorn.

Ein Stern geht auf

So wie der Polarstern Reisenden verlässlich die Richtung zeigt (er geht abends als erster Stern am Himmel auf und schaltet am Morgen als letzter sein Licht aus), so hat er dem Ehepaar Kurbjuhn vor mehr als 30 Jahren den richtigen Weg gewiesen. In Hessen einmal alles aufgeben und an der Ostsee neu anfangen – das erfordert Mut, Risikobereitschaft, Zuversicht und Gottvertrauen.

Ein ganz besonderer Verein

Wir sind auf dem Weg westwärts – immer der Ostseeküste entlang und wieder auf der Suche nach einer Besonderheit am Wegesrand. Ein Leuchtturm vielleicht? Aber Leuchttürme gibt es im hohen Norden so viele wie Sand am Meer – fast jedenfalls. Wie unterscheiden sie sich, und wer hält sie am Laufen? Dann erfahren wir zufällig vom LeuchtturmVEREIN Warnemünde. Ein Blick ins Netz verrät Außergewöhnliches: Ein gutes Dutzend Ehrenamtliche halten den Leuchttum Warneünde, dieses Kulturgut, in Ordnung, sorgen für Sicherheit und kassieren die moderaten Eintrittsgelder.