Zu Gast beim „Dreamteam“

Wenn uns heute morgen jemand gesagt hätte, wo wir heute noch landen werden – wir hätten es nicht geglaubt! Welch ein Tag! Am Vormittag Zittau, da sollte man gewesen sein, denn wer weiß, wann wir wieder- kommen? Dass wir wiederkommen, ist klar, und wo wir dann übernachten werden, steht auch schon fest. Aber der Reihe nach: Am Nachmittag – Frontalangriff auf die Touristinfo in Grossschönau-Waltersdorf. Wir verklickern der sehr netten Dame, dass wir gerne jemanden in einem Umgebindehaus besuchen würden.

Ganz am Rand und doch mittendrin

Wie kann das sein? Ganz einfach: Wir sind in der Oberlausitz direkt an der tschechischen Grenze und damit am östlichsten Rand Deutschlands, aber mittendrin in Europa. Ohne unsere Mission „Merkels Grenzerfahrungen“ wären wir wahrscheinlich nie hierher gekommen, und das wäre bedauerlich gewesen, denn die Gegend ist ein Wandergebiet par excellence. Den Feiertag „Christi Himmelfahrt“, der hier in Sachsen „Herrentag“ heißt, haben wir genutzt für eigene Grenzerfahrungen.

Spitzenmässig

Spitzenmässig ist nicht nur das Handwerk, sondern auch der charismatische und sympathische Firmenchef der Stickerei Vogel aus Muldenhammer im Vogtland. Als wir ihn „überfallen“ hätte er eigentlich etwas anderes zu tun gehabt als sich auf unsere Mission einzulassen. Er lässt sich jedoch überzeugen und zeigt uns seinen Betrieb, in der die berühmte und wertvolle Plauener Spitze gefertigt wird. „Ich bin die 5. Generation“, erzählt er uns nicht ohne Stolz, „unsere Familie hat schon immer gestickt, und da, wo wir gerade stehen, hat einst alles begonnen.

Saiten für die ganze Welt

„Hilfe! Überfall!“ wird sich Sebastian Renz gedacht haben, als wir ohne Vorankündigung durch die Haustür marschiert sind und an der Bürotür angeklopft haben. Es gab nämlich keine Klingel, oder wir haben sie übersehen. Jedenfalls öffnet ein äußerst sympathischer junger Mann, einer der beiden Geschäftsführer der Saitenmanufaktur Lenzner. Wir verklickern ihm unsere Mission, bitten darum, eine Reportage über ihn und sein kleines, aber feines Unternehmen machen zu dürfen.

Ferienhotel Mühlleithen

Noch gar nie haben wir über eine Unterkunft berichtet. Diesmal ist das anders, denn im Ferienhotel Mühlleithen fühlen wir uns von der 1. Sekunde an allerbestens betreut. Kaum öffnen wir die Tür, saust uns die Rezeptionistin entgegen und hilft uns mit dem Gepäck. Später stellt sich heraus, sie ist die Chefin, Tina Goldhahn. Sofort entspinnt sich ein herzliches Gespräch und wir erzählen ihr von unserer Mission, von der Deutschland-Umrundung und warum wir diese spezielle Reise nun schon zum zweiten Mal unternehmen.

Mundharmonikas aus Klingenthal

Das Vogtland gilt als „Musikwinkel“ Deutschlands. Soweit, so gut, das war uns klar. Auch dass die Stadt Klingenthal die Stadt der Harmonika ist. Allerdings, das müssen wir gestehen, dachten wir bei Harmonika zuallererst an die HANDharmonika, weniger an die MUNDharmonika. Dabei ist dieses Instrument (bei uns nennt man es ironisch auch „Schnuffelrutsch“) DAS Aushängeschild von Klingenthal. Spätestens bei unserem Besuch bei der Firma Seydel wird uns die ganze Tragweite klar.