Besuch bei Tante Emma

Wenn immer Menschen sich für unsere Deutschlandumrundung mit sozialem Hintergrund interessieren -und das ist in der Tat oft der Fall-, dann rattert es in ihrem Hinterkopf, das kann man richtig hören. Das Ergebnis sind Ratschläge, brauchbare und unbrauchbare. Alle wollen Tipps geben, und in diesem speziellen Fall war es ein Rat, für den wir wirklich dankbar sind. Ich bin mir nicht sicher, ob wir den historischen Kaufmannsladen Haus Peters gefunden hätten.

De Buddelschipper Heide e.V.

In Tönning ist Hafenfest. Wir sind mittendrin, wie immer auf der Suche nach einer Geschichte. Da dringt plötzlich Musik an unsere Ohren – Gesang, von einigen Instrumenten begleitet. Nach so vielen Reportagen mit Natur und Kulinarik wollen wir endlich einmal die Kultur ins Rampenlicht befördern. Im Historischen Packhaus von Tönning singen und musizieren „De Buddelschipper aus Heide“, ein Shantychor, der nicht nur im Norden wohl bekannt ist. Auch aus Rundfunk und Fernsehen kennt man die Stimmgewalt des Chores. Tonträger gibt es auch vom Shanty-Chor aus Heide.

Die große Herausforderung

Schon mal Krabben gepult? Diese Frage sollten wir an diesem Abend wahrlich noch oft hören – von waschechten Nordfriesen. „Nein,“ lautet unsere Antwort. Als wir aber mehr zufällig als bewusst erfahren, dass im Amsinck-Haus in lustiger Runde Krabben gepult werden sollen, stürzen wir uns wagemutig in das Abenteuer. Was kann schon passieren – außer dass wir uns hungrig pulen? Die vier Organisatorinnen des Abends Femke, Anke, Kerstin und Imke haben uns jedenfalls freundlich begrüßt.

Charmanter Zufallsfund

Das Schönste an unserer Spendenreise sind spontane Begegnungen mit wildfremden Menschen. Wenn die auch noch dazu führen, dass aus den wildfremden Menschen Spender werden, dann bezeichnen wir das als absoluten Glücksfall. Wir wollen zur Hamburger Hallig in der Nordsee – eigentlich. Dort, wo die „Reise“ losgehen soll, am Amsinck-Haus, steht dann aber in großen Lettern: Restaurant auf der Hamburger Hallig GESCHLOSSEN.

Zwei große Herzen schlagen für Arnis

Arnis? Arnis! Noch nie gehört? Bildungslücke! Immerhin ist Arnis die kleinste Stadt Deutschlands mit nur ungefähr 250 Einwohnern. Ein Kleinod, das sich in einer halben Stunde zu Fuß umrunden lässt. Tatsächlich sind es kaum 3 km, die dafür zurückzulegen sind. Einmal direkt am Wasser (der Schlei) entlang, ein andermal geht’s durch eine Art Dschungel mit Pflanzen, Bäumen und Kunstwerken. Da ist das Wasser nur wenige Meter entfernt. Und immer ist da der Blick auf die wunderschön erhaltenen alten Häuser.

Friedhof statt Marktplatz

Das gibt es wohl nur in der Fischersiedlung Holm bei Schleswig an der Schlei. Dort gruppieren sich historische und gut erhaltene Wohngebäude tatsächlich um einen Friedhof, sprich: Der Friedhof ist der Mittelpunkt der
sogenannten ‚Beliebung‘. So nennen die Fischer ihre gegenseitige Hilfsgemeinschaft. ‚Beliebung‘ bedeutet, dass sich die Bürger im 17. Jahr-hundert aus freien Stücken, also ohne Zwang durch die Obrigkeit, zu einer Zweckgemeinschaft zusammengeschlossen haben, um sich in schwierigen Zeiten Stütze zu sein.

Powerfrau mit zwei Namen

Bürgerlich heißt die quirlige Geschäftsfrau Siggi Berzel, als Schriftstellerin trägt sie den Namen Aurora Castelli. Da schlagen nicht nur zwei Herzen in einer Brust, nein, da kommen viele verschiedene Talente zusammen. Aber der Reihe nach: Siggi Berzel ist Modefachfrau durch und durch. Als solche hat sie die (Mode)-Welt kennengelernt, war oft unterwegs, stets mit einem sicheren Gespür für das, was die Kundschaft anspricht. Aber das ist eben nur eine Facette der Baden-Badenerin. Die andere Begabung kommt eher leise daher. Siggi Berzel schreibt Romane.

Fisch…nicht nur zum Essen !!!

„Hää?“ würde der Badener sagen. „Wie bitte?“ – alle, die nur Hochdeutsch sprechen. „Wer sagt, dass man Fisch nur essen kann?“ – so formuliert Ramona Stelzer ihre Frage, denn Fisch ist weit mehr als ein Lebensmittel. Fisch ist nicht nur gesund, sondern mit ihm, respektive seiner Haut, lassen sich ganz wunderbare Kunstwerke herstellen. Nichts anderes macht die junge Designerin, die in Wismar den einzigartigen Fischleder-Store betreibt.

Ein ganz besonderer Verein

Wir sind auf dem Weg westwärts – immer der Ostseeküste entlang und wieder auf der Suche nach einer Besonderheit am Wegesrand. Ein Leuchtturm vielleicht? Aber Leuchttürme gibt es im hohen Norden so viele wie Sand am Meer – fast jedenfalls. Wie unterscheiden sie sich, und wer hält sie am Laufen? Dann erfahren wir zufällig vom LeuchtturmVEREIN Warnemünde. Ein Blick ins Netz verrät Außergewöhnliches: Ein gutes Dutzend Ehrenamtliche halten den Leuchttum Warneünde, dieses Kulturgut, in Ordnung, sorgen für Sicherheit und kassieren die moderaten Eintrittsgelder.