Ein ganz besonderer Verein

Wir sind auf dem Weg westwärts – immer der Ostseeküste entlang und wieder auf der Suche nach einer Besonderheit am Wegesrand. Ein Leuchtturm vielleicht? Aber Leuchttürme gibt es im hohen Norden so viele wie Sand am Meer – fast jedenfalls. Wie unterscheiden sie sich, und wer hält sie am Laufen? Dann erfahren wir zufällig vom LeuchtturmVEREIN Warnemünde.

Steffen Neumann und Holger Matthäus

Ein Blick ins Netz verrät Außergewöhnliches: Ein gutes Dutzend Ehrenamtliche halten den Leuchttum Warneünde, dieses Kulturgut, in Ordnung, sorgen für Sicherheit und kassieren die moderaten Eintrittsgelder. In der Vereinssatzung sind die Förderung von Kultur und Denkmalschutz festgeschrieben und – da werden wir hellhörig – humanitäre Anliegen. Mit anderen Worten: Die Leuchtturmcrew unterstützt Bedürftige, veranstaltet alle zwei Jahre sogar eine Benefizveranstaltung zugunsten unterschiedlicher Begünstigter. Seit der Vereinsgründung im Februar 1994 wurden mehr als eine Million Euro für Kultur, Denkmalschutz und humanitäre Zwecke ausgegeben. Eine Tafel im Innern des Turms verrät, wohin die Gelder geflossen sind: an Vereine, Kirchen, Schulen, Kunsteinrichtungen, aber auch an Hochwasseropfer, um nur einige Beispiele zu nennen. Das klingt in unseren Ohren unglaublich, und das ist es auch! Mehr noch: Das ist einzigartig. Mit diesen empathischen Menschen müssen wir unbedingt ins Gespräch kommen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass der LeuchtturmVEREIN unsere Spendenaktion unterstützt. Wir treffen auf Holger Matthäus und Steffen Neumann, sie bilden das diensthabende Zweier-Team. Gerne nehmen Sie unseren Flyer entgegen, verweisen allerdings darauf, dass bezüglich einer Spende natürlich der Vorstand mit Mathias Stagat an der Spitze entscheiden muss. Logisch, darauf hätten wir auch selbst kommen können. Also erklimmen wir erst einmal die mehr als 100 Stufen und lassen uns auf der Plattform den Wind um die Nase wehen. Wolkenloser Himmel, ein weiter Blick über die ruhige See – auf einer Seite Meer und Wellen, auf der anderen die Häuser von Warnemünde. Der Ausblick könnte besser nicht sein.

Beim Abstieg fallen uns verschiedene Präsentationen auf, die mit Details über den Leuchtturm aufwarten und u.a. auch Auskunft geben über verschiedene Lichtquellen. Als wir unten ankommen, lässt uns Holger Matthäus gleich wissen, dass er den „Chef“ schon verständigt hat. Wir halten das für ein Zeichen der Wertschätzung und sind glücklich als Mathias Stagat, der Vereinsvorsitzende, sich bei uns meldet. Er bestätigt die Einzigartigkeit des Warnemünder Leuchtturmvereins, und das Beste: Er hält das Projekt „Merkels Grenzerfahrungen“ durchaus für förderungswürdig. So wird uns der 34 Meter hohe Leuchtturm von Warnemünde, diese architektonische Besonderheit, in guter Erinnerung bleiben. Seit 1898 sorgt er mit seinem Licht dafür, dass die Seeleute jederzeit sicher in den Rostocker Hafen finden. Seine Blitze sind aus einer Entfernung von 20 Seemeilen zu sehen. Das  entspricht rund 37 Kilometern. 

Aber mehr noch als der Turm selbst wird sich uns die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Leuchtturm-Bewahrer ins Gedächtnis eingraben. Ein großes Dankeschön an alle, die nun auch dazu beitragen, dass die am Stuttgarter Klinikum/Olgahospital angesiedelte sog. CWS-Studie das Leben zahlreicher krebskranker Kinder angenehmer machen und hoffentlich ihr Leben verlängern kann. Vor so viel ehrenamtlichem Engagement ziehen wir den Hut!

https://warnemuende-leuchtturm.de/

LESEN – STAUNEN – SPENDEN – DANKE!!!