Markus Müller geht SEINEN WEG
…schnurgerade durch Deutschland, von Nord nach Süd, von der Insel Sylt bis nach Oberstdorf, und das bei Wind und Wetter: 1115 km und keinen Schritt weniger. Chapeau! Es war nicht seine erste, wohl aber die längste Tour zu Fuß. Eine echte Herausforderung, zumal nach einem schweren Unfall im Oktober 2022. Damals konnte ihm niemand sagen, ob er jemals wieder schmerzfrei würde wandern können. Schmerzfrei war die Tour durch Deutschland dann auch nicht. Aber auch ein Zehenbruch konnte den Geschäftsmann aus Karlsruhe nicht ausbremsen. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ nimmt Markus Müller die selbst gesetzte Herausforderung an und die lange Strecke unter die Sohlen. Start ist im Mai 2025 am nördlichsten Zipfel Deutschlands. Mit dabei – ein Wanderwagen mit allem, was man unterwegs brauchen könnte, von Pfannen bis zum Gaskocher. Später gibt er den Wagen ab, wandert von da ab nur noch mit Rucksack.
Seine Route geht immer geradeaus, wie mit einem Lineal gezogen verläuft sie Richtung Süden. Das ist nicht die komfortabelste Strecke, zumal sie oft an Straßen entlang führt. Kopfhörer helfen ihm dann gegen den Verkehrslärm. Markus Müller ist mit sich alleine, er ist vollkommen auf sich fixiert. „Diese Art Wanderreise gibt mir Kraft“, lässt er verlauten. „Dass ich die Strecke schaffe, daran habe ich nie gezweifelt“, erzählt er, „die Frage war nur WIE.“ – Mit Bravour, sagen wir! Markus Müller ist ein stiller Wanderer, er ist beim Fernwandern gerne für sich. Manchmal allerdings lässt sich ein Kontakt nicht vermeiden, z.B. wenn er unterwegs nach Wasser lechzt. „In einem Garten habe ich aus dem Gartenschlauch getrunken, so durstig war ich. Das hat den Gartenbesitzer natürlich mindestens nachdenklich gemacht. Ich habe geschaut, dass ich weiter komme. Eine gute Weile später überholt mich der Gartenschlauch-Besitzer und reicht mir aus dem Auto heraus 2 Wasserflaschen. Das sind wahre Glücksmomente.
Eine ähnliche Situation bei einer älteren Dame, die ich ebenfalls um Wasser gebeten habe. Sie öffnet die Tür mit Vorhängeschloss, bleibt skeptisch, reicht aber ein Glas Leitungswasser heraus. Dann bietet sie mir an, in ihrem Garten Himbeeren zu ernten soviel ich essen kann.“ Dass die Menschen misstrauisch sind, versteht Markus Müller vollkommen. „Wenn jemand verschwitzt, müde, humpelnd plötzlich bei Dir klingelt, klar schrillen bei den Leuten dann die Alarmglocken.“ Die bedrohlichste Situation erlebt der Karlsruher Wanderer auf einem Bauernhof, den er überquert. „Leider habe ich das Schild mit dem Betretungsverbot übersehen und sehe mich plötzlich drei Hunden gegenüber. Die waren nicht gerade freundlich gesonnen, das hätte schief gehen können“, resümiert er. Aber: Glück gehabt! In der letzten Sekunde kommt der Bauer um die Ecke. „Auch auch er war keinesfalls amused als er mich gesehen hat.“ Was bleibt von der langen Wanderreise sind jedoch die guten Eindrücke: Gerüche der Natur, Vogelgezwitscher.
Da die Strecke immer geradeaus geht, nach Möglichkeit ohne Abzweigung, führt sie ihn an einem Samstagnachmittag dann aber mitten durch die Innenstadt von Hannover: Menschenmassen, Parfümgerüche, nichts, was mit Natur zu tun hat. Diese Etappe beschreibt der Deutschland-Durchquerer als die unangenehmste. Mit einem Pferde-Wanderer kommt er irgendwann ins Gespräch und ins Philosophieren. Das war so ziemlich die längste Unterhaltung. Etwa auf der Hälfte der Strecke trifft Markus Müller, der mit seiner Frau ein Unternehmen in der Beauty-Branche führt, seine Familie. Nachdem er zuvor eine Tagesetappe von 46 (!!!)km gewandert ist, legt er eine mehrtägige Pause ein. „Beim nächsten Mal würde ich das vielleicht nicht mehr so machen. Ich würde ohne Pause die ganze Strecke laufen wollen, und ich hätte den Wunsch, noch schneller zu sein.“ Ob das überhaupt möglich ist? Täglich um die 25 km oder mehr zurückzulegen, – das ist mehr als eine stolze Leistung.
50 Tage war der Wanderer unterwegs, einschl. einer Pause. Zurückgelegt hat er 1115 km im 42 Wandertagen, das macht im Durchschnitt 26,5 km täglich, alle Achtung! Wir ziehen den Hut! Wieder einmal hat der Karlsruher gezeigt, was möglich ist, wenn man nur an sich glaubt. Wieder einmal hat er sich als Kämpfer erwiesen. Wir sind stark beeindruckt und bedanken uns, dass Markus Müller seine Eindrücke mit uns geteilt hat und bereit ist, für die Aktion „Merkels Grenzerfahrungen“ zu spenden. Wir wünschen ihm noch viele inspirierende Touren.
Alle Fotos: Markus Müller
LESEN – STAUNEN – SPENDEN – DANKE!!!
