"Ensemble zur kleinen Konditorei" in bester Spiellaune
Kaktus, Tomaten und Mini-Guglhupf
Das hört sich an wie eine musikalisch-kulinarische Reise in die 1920-er und frühen 1930-er Jahre, aber das Benefizkonzert zu Gunsten krebskranker Kinder war natürlich weit mehr als das. Mitreißende Musik, Lieder mit kuriosen Texten: eine Reminiszenz an die damalige Zeit – dargeboten mit einer unglaublichen Musikalität, mit Spielfreude, Charme, Witz und Humor. Das Ensemble zur kleinen Konditorei vereint einfach alles, was eine erstklassige Performance ausmacht. Schon als wir die sieben Jungs zum ersten Mal erlebt haben, waren wir hin und weg. Jetzt, beim zweiten Mal, haben sie uns und alle Zuhörer wieder förmlich vom Hocker gerissen.
Das liegt zum einen an den Rhythmen: Charleston, Quickstep, Walzer, um nur einige zu nennen. Das liegt aber auch an den Texten. Wie das Ensemble in seinem Pressetext schreibt, zeichnen sich die Lieder der damaligen Zeit dadurch aus, dass die Texte vermutlich die kuriosesten sind, die man jemals in Deutscher Sprache gehört hat: „Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten“…, „Ich hab das Fräulein Helen baden sehn“…, „der Onkel Doktor sagt, ich darf nicht küssen“…! Und ein ganz bestimmtes Lied darf auf gar keinen Fall fehlen, und das ist…“der kleine grüne Kaktus“, eine von drei Zugaben. Daran lässt sich ablesen, wie sehr die Musik und der ganze Auftritt die Zuhörerschaft fasziniert haben. Man muss die Texte in die Zeit ihrer Entstehung einordnen. Eine Zeit der politischen Extreme, eine Zeit nie gekannter Freiheit, eine Zeit der Innovation. Aber die Einordnung alleine genügt natürlich nicht. Der Erfolg ist vor allem den Musikern zuzuschreiben, denn ihnen merkt man das Herzblut an, mit dem sie gemeinsam musizieren. Die Musik ist 100 Jahre alt und inspiriert Alfons, Daniel, Marcel, Matthias, Michael und die beiden Thomas(se) immer wieder aufs Neue und spornt sie zu Höchstleistungen an. Fünf dieser außerordentlichen Musiker sind miteinander verwandt, der größte Teil stammt aus Bühl-Weitenung. Die Besetzung der Band: Bläser, Schlagzeug, Gitarren und Gesang. Jeder läuft an seiner Stelle zur Hochform auf. Am stilechten Mikrofon begeistert Thomas Frietsch. Als Moderator/Sänger und an der Gitarre glänzt Matthias Frietsch. Nicht weniger versiert die beiden Bläser Alfons Frietsch, Klarinette/Gesang und Michael Ritter, Trompete, Marcel Frietsch am Schlagzeug, Thomas Frietsch an der Bassgitarre und Daniel Balle am Keyboard. Alle geben ihr Allerbestes. Nicht zu vergessen die hervorragende Akustik im Gebetshaus Bad Rotenfels, die die Performance zusätzlich unterstreicht.“
Originell wie die Musik – die neueste Errungenschaft: der backfrische newsletter, und backfrisch ist wortwörtlich zu nehmen. An einem von Vera Reith gebackenen Mini-Gugelhupf hängt ein Zettel mit der email-Adresse: ensemblezurkleinenkonditorei@web.de. So können sich alle über die nächsten Auftritte informieren. Es versteht sich von selbst, dass das begeisterte Publikum die originelle Leckerei in der Pause testen darf. Während eines kleinen Umtrunks hatten wir das Vergnügen mit der sichtlich bewegten Zuhörerschaft in Kontakt zu kommen. Tenor einer Besucherin: „Diese Lieder erinnern mich an meine Oma. Bei ihr habe ich diese Musik kennen gelernt.“ Ein Besucher schwärmt: „Am liebsten würde ich zu dieser Musik tanzen.“ Das Konzert – ein wahrer Genuss in jeder Hinsicht. Dazu haben auch drei Freundinnen beigetragen, die bereitwillig die Bewirtung übernommen haben. Danke Helga, Irmgard und Marita. Ihr seid großartig.
Danke Helge Rieger, stellvertretend für die Vorstandschaft des Bad Rotenfelser Gebetshauses. Es ist nicht selbstverständlich, dass man eine so geniale Location findet, die uns für den guten Zweck kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Wir wissen das sehr zu schätzen. Und Danke an das Ensemble zur kleinen Konditorei. Eine bessere Performance gibt es nicht. Ihr alle habt dazu beigetragen, dass unser Spendenprojekt „Merkels Grenzerfahrungen“ wieder ein Stück voran gekommen ist. Für uns war es ein unvergesslicher Abend.
Und das ist der Pressebericht von Barbara Gutmann, veröffentlicht im Badischen Tagblatt / BNN vom 07.07.2025 in der Rubrik Kultur Regional:
LESEN- SICH FREUEN – SPENDEN – DANKE
