Aus der Jahreszeit gefallen

In der Nähe des Zentrums von Husum steht ein Gründerzeithaus, das, aufwändig restauriert und liebevoll ausgestattet, Kindheitserinnerungen weckt – und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Auf drei Etagen, auf einer Fläche von 300 qm, gibt es Tausende von Ausstellungsstücken, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Ein Eldorado für Klein und Groß. Was Alix Paulsen zusammen getragen hat, versetzt jeden ins Staunen: Von A wie Advenskalender (historische), über C wie Christbaumschmuck (aus Thüringen und Franken) bis hin zu T wie Tannenbaum ist alles vorhanden, was zur Adventszeit und zum Weihnachtsfest gehört.

Seit 40 Jahren widmet sich Alix Paulsen dieser besonderen Ausstellung, denn die Advents- und Weihnachtszeit war für ihre Familie immer etwas Besonderes. Viel Herzblut steckt in der umfangreichen Sammlung, Sach- und Kunstverstand. Stundenland könnte man sich im Weihnachtshaus aufhalten und die Zeit vergessen, und manche vergessen sie tatsächlich. Schon im Parterre kommt der Besucher ins Staunen – beim Betrachten geschmückter Weihnachtsbäume von der Biedermeierzeit bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Volkskunst aus dem Erzgebirge – Engel, Bergmänner und Pyramiden – werden formvollendet präsentiert, ebenso die seit über 100 Jahren beliebten Wendt & Kühn-Figuren. Sie sind im Obergeschoss zu finden. Spannend die Werkstatt des Weihnachtsmannes, der dort wohl das ganze Jahr über werkelt, den aber niemand sieht. Wahrscheinlich kommt er nachts und erledigt seine Arbeit. Jedenfalls muss, wenn er kurz vor Weihnachten tatsächlich auftaucht, das meiste geschafft sein. Das Weihnachtshaus Husum lässt alle Betrachter ganz automatisch zu Kindern werden. Viele Betrachter erinnern sich zurück an ihre eigene Kindheit, an damals, als sie sehnlich darauf gewartet haben, dass der Weihnachtsmann oder das Christkind ihre Wünsche erfüllt. „Erstaunlicherweise sind es oft die männlichen Besucher, die gerührt und sentimental die Ausstellung verlassen, die sie ursprünglich gar nicht besuchen wollten, sondern nur ihren Frauen zuliebe mitgekommen sind“, erzählt Meiken Vester, die an diesem Tag im Shop ihren Dienst verrichtet. Dem Museum ist nämlich ein Historischer Laden angegliedert.

Meiken Vester

Besonderheiten und Raritäten können dort erworben werden. Gläserner Weihnachtsbaumschmuck aus thüringischen Manufakturen etwa oder Musikantenengel aus Werkstätten im Erzgebirge. Ausschneidepuppen finden die Liebhaber weihnachtlicher Traditionen ebenso wie Puppen, Teddys und altes Blechspielzeug, außerdem eine Vielfalt an Weihnachtslektüre. Das ist kaum verwunderlich, denn Alix Paulsen ist mitverantwortlich für die Verlagsgruppe Husum und mit Büchern groß geworden. Seit 40 Jahren sammelt sie alles, was zu ihrem Weihnachtshaus passt, und sie ist stets auf dem Laufenden, was neue Kreationen anbelangt. Dass sie das Gründerzeithaus für ihre Sammlungen erwerben konnte, bezeichnet sie als Glücksfall. Sehr gerne hätten wir Alix Paulsen persönlich kennengelernt. Das war leider nicht möglich, ein ausführliches Telefongespräch aber schon. Alix Paulsen ist eine liebevolle Dame mit dem Herz auf dem rechten Fleck und mit einer Begeisterung für das, was sie tut. Das Weihnachtshaus wird uns unvergessen bleiben.

www.weihnachtshaus-husum.de