De Buddelschipper Heide e.V.
In Tönning ist Hafenfest. Wir sind mittendrin, wie immer auf der Suche nach einer Geschichte. Da dringt plötzlich Musik an unsere Ohren – Gesang, von einigen Instrumenten begleitet. Nach so vielen Reportagen mit Natur und Kulinarik wollen wir endlich einmal die Kultur ins Rampenlicht befördern. Im Historischen Packhaus von Tönning singen und musizieren „De Buddelschipper aus Heide“, ein Shantychor, der nicht nur im Norden wohl bekannt ist.
Auch aus Rundfunk und Fernsehen kennt man die Stimmgewalt des Chores. Tonträger gibt es auch vom Shanty-Chor aus Heide. So wurde 2005 das dritte Studioalbum mit Shantys und Seemannsliedern aufgelegt unter dem Titel: „Einmal in die Ferne seh’n“. Fast alle Mitwirkenden des Chores stammen aus dem Landstrich Dithmarschen. „Nur der Gitarrist, hat ‚Migrationshintergrund‘, denn er kommt aus Wacken“, erklärt der Moderator. Wo immer etwas los ist, sind die „Buddelschipper“ mittendrin. So natürlich auch beim Tönninger Hafenfest. Shantys, Seemanns- und maritime Stimmungslieder heizen den Konzertbesuchern kräftig ein. Begleitet wird der Chor von einem Akkordeonisten, der gleichzeitig der musikalische Leiter ist, einem Gitarristen und von der „Schießbude“, was soviel bedeutet wie Schlagzeug. Allein schon dieser eine Ausdruck macht deutlich, wie viel Humor da mitschwingt.“
Es ist ein ganz eigener Humor, den die Nordfriesen an den Tag legen. Der wird besonders deutlich in der Feststellung: „Sturm ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ Wir jedenfalls sind begeistert von der Performance. Was die Männer, bei denen an diesem Tag übrigens auch eine Frau mitsingt (oder sollte man besser sagen ‚mitsingen darf‘) zum Besten geben, klingt nach „Guter-Laune-Musik“. Apropos Frauen: „Ja“, sagt der 1. Vorsitzende Dieter Krenz, „seit ein paar Jahren singen bei uns sogar zwei Frauen mit. Das ist auch gut so, aber Frauen dürfen nicht überhand nehmen, denn dann wird die Stimmlage verfälscht“. Da muss ich ihm Recht geben. In Tönning sind die Stimmlagen ausgeglichen, der Chor fühlt sich wohl auf der Bühne, und die Lieder sitzen. Auch solche, die für den Chor extra umgedichtet oder geschrieben worden sind. Das Lied von der ‚Schlange aus Loch Ness‘ zum Beispiel. Da erklingt aber auch das traditionelle neuseeländische Walfängerlied ‚Wellerman‘ mit der Passage…er bringt uns Zucker und Tee und Rum. Dieser Song passt exakt zu Tönning, wo im Historischen Packhaus lange Zeit Waren umgeschlagen wurden. Was ein echter Seemann ist, der kennt sich mit allen Tiefen und Untiefen aus. Aber sind das überhaupt echte Seeleute, die da singen? Dieter Krenz schmunzelt ein wenig, als er zugeben muss: „Unser Willi ist der einzige echte Seemann, er war tatsächlich Kapitän.“ Das wiederum erklärt, dass Willi englische Passagen und die spanische Passage aus ‚La Paloma‘ perfekt singt.
Mit ihrem Repertoire können ‚De Buddelschipper‘ mehrere Stunden füllen. Es sind ‚Lieder, so schön wie der Norden‘, gesungen von echten Nordländern. Sie strahlen beim Singen so viel Freude aus, die sofort auf die Zuhörer überschwappt. Da wird geschunkelt, gewippt und mitgesungen. Achja: Fernweh kommt natürlich auch auf, denn mit Meer, Wind und Wellen verbinden wir doch automatisch die große weite Welt. Nordfriesland ist das Tor dorthin. Wir jedenfalls genießen den Landstrich mit seiner Kultur, mit seiner Musik, mit den weltoffenen Menschen. Das Hafenfest in Tönning, das mit einem fulminanten Feuerwerk gekrönt wurde, haben wir sehr genossen – auch wegen der Musik der „ Buddelschipper‘ aus Heide, die ja schließlich Botschafter der nordfriesischen Kultur sind. Wir wünschen ihnen weiterhin viel Spaß bei ihren zahlreichen Auftritten.
LESEN – STAUNEN – SPENDEN – DANKE!!!
